Wir die (Rot-)Weine des Piemont kennen lernen
möchte, kommt an der Barbera nicht vorbei, vor allem seit dem ihr Giacomo
Bologna mit seinem Weingut BRAIDA
zu weltweitem Ruhm verhalf. In
Rocchetta Tanaro,
dem Ursprung des wohl bekanntesten Barberas der Welt, dem Bricco dell'Uccellone,
war der Vater Giacomo mit dem Spitznamen Braida bekannt und vererbte Land und
Namen seinem Sohn. Dieser wollte sich selbst beweisen, dass man auch mit Barbera
hervorragende Weine keltern kann und so reduzierte er die Erträge seines
"Vogelhügels" (Bricco dell'Uccelone) und baute den Wein in neuen
Barriques aus. Mittlerweile hat der Betrieb 16 Angestellte und produziert bis zu
500.000 Flaschen Wein im Jahr, darunter auch unbekannte Sorten wie Grignolino
und Brachetto. Die beiden Crus Bricco dell'Uccelone und Bricco della Bigota
wurden im verregneten Jahr 2002 nicht hergestellt, was dem 2001er Jahrgang eine
längere Fassreife bescherte:
Asso di Fiori 2003: im Holz vergorener und neun Monate ausgebauter Chardonnay von 450 Meter hohen Lagen: Präsentiert sich cremig, nicht zu fett mit eleganter Säure. Wirkt noch sehr jung und frisch. 85 WKP
Bricco dell'Uccellone 2001: feiner, sehr eleganter Barbera, schöner Körper mit schönem Aromen von Erdbeere und Brombeere. Das Tannin verleiht dem Wein Körper, ist allerdings Akteur im Hintergrund: fein und seidig, was ihn bereits zugänglich erscheinen lässt, jedoch wird er erst in 3-4 Jahren seinen Höhepunkt treffen. 92 WKP
Bricco della Bigotta 2001: Nach einer alten, gläubigen Dame, die in der Nähe des Weinberges lebte benannt offeriert eine würzige Nase, wenig Frucht im Eingang, dafür stark mineralische Noten in der Mitte (Salz). Insgesamt sehr massives Tannin, man schmeckt die Eiche im Abgang, viel Röstaromatik. Braucht Zeit. (88-89 WKP)
Ai Suma
2001: Die besondere Auslese wurde nach
dem Tod Giacomo Bolognas 1996 geschaffen und repräsentiert den
"Topwein" (Ai Suma bedeutet: Wir haben es geschafft!) von Braida. Wird ausschließlich in guten Jahren erzeugt und
reift lange in neuem Barrique: Wirkt noch Tannin-überladen (braucht Zeit), man
erkennt neben dunklen Beeren im Eingang (Cassis und Heidelbeere) Noten von edlem
Kakao, Leder und viel süßem Vanilletannin. 90 WKP
Il Baciale 2003: Eine Cuvée aus 80% Barbera; 15 % Pinot Noir; 5% Cabernet Sauvignon, die unglaublich dicht im Mund wirkt: Dunkle Frucht (Pflaume, Kirsch und Maulbeere) verbunden mit einer würzigen Mitte. Gerbstoffreicher Abgang der an Waldboden erinnert. 87 WKP
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