Vigne Uniche

 

Die wichtigste Traube BoffasVom Barbera-Giganten kommen wir nun zu einem nicht minder engagierten Barbera-Winzer: Alfiero Boffa. der betont, dass er kein Winzer geworden, sondern als einer geboren wurde. Und wie Giacomo Bologna fing auch Alfiero in den Achtzigern an, aus dem Bauernwein ein Qualitätswein zu machen. Das dies am Anfang kein leichtes unternehmen war, leuchtet ein, da man die Traube in Europa nicht (wenn überhaupt)  als hochwertig kannte. So baut er seit 1984 seine Barbera-Lagen (Cua Longa, More, Muntrive und  separat aus. Er selbst beschreibt sie wie folgt:

Muntrivè ist von dem guten Tannininhalt charakterisiert und diese Eigenschaft ist im Barbera selten gefunden. Wegen des Tannins entwickelt er sich langsamer aber er ist auch der lagerfähigste. Er hat die Substanz aber erfordert noch Geduld, bevor er die volle Reife erreicht.

La Riva ist fein und kraftvoll. Ich liebe seinen Geschmack nach Mandeln im Finale, vielleicht wegen des Bodens mit Gipssplittern und daher mit Kalzium. Er wird aus den Trauben meines ältesten Weinbergs hergestellt, der 1930 gepflanzt wurde.

Auch wenn gut strukturiert, beweisen sich Cua Longa und More delikater, samtiger und daher leichter zu trinken. Sie erreichen ihre organoleptische Reife und gute Ausgewogenheit früher als die anderen.

Die Lage More

Zudem produziert Alfiero Boffa einen Barrique-gereiften Barbera D'Asti Superiore, sowie eine Cuvée namens Velo di Maya, welche ebenfalls im Barrique reift. Seine Privatreserve Testimonium, welche er nur in guten Jahren herstellt, konnten wir leider nicht verkosten.

Ombra del Ciliegio 2001: Ein Verschnitt von Pinot Noir, Freisa, Dolcetto und Barbera, trägt zurecht den Kirschbaum im Namen - leichte Kirschfrucht schmeckt man im Eingang, ansonsten wirkt er etwas leer. Ein klassischer Vesper-Wein - mehr soll er auch gar nicht sein. 81 WKP

More 2001: netter, sehr typischer Barbera, welcher durch mittleren Körper und markantem Kirschton gefällt. Trinkreif und gut. 85 WKP

La Riva 2001: Zunächst wirkte der Wein sehr leicht, ist jedoch tiefer als der More, vor allem die oben beschriebenen Mandeln (geröstet) kitzeln ab der Mitte den Gaumen. Beachtlich und lagerbar. Ab 2007. 86 WKP

Muntrivè 2001: Schwerer Barbera, erinnert sogar an den Bigotta von Braida, jedoch ohne dessen massive Eichentannine. Würzig und ledrig in der Mitte mit druckvollem Abgang. Braucht noch Zeit. Ab 2008. 88 WKP

Velo di maya 2001: Als Monferrato Rosso verrät das Etikett nicht viel, jedoch beeinhaltet die Cuveé 2/3 Barbera. Die andere Rebsorte verrät uns Alfiero nicht, versichert jedoch, dass es sich um eine autochthone piemontesische handelt. Auch wir können den Schleier nicht öffnen, jedoch präsentiert sich ein feiner Wein im Glas, der schon sehr zugänglich wirkt. 87 WKP

Collina della Vedova 2001: Der Barrique-Barbera erscheint dunkel im Glas, etwas Tabak, Kirschen und Leder in der Nase. Am Gaumen Kirschfrucht und Säure, etwas Tannin, jedoch schönes Gleichgewicht. Langer Abgang. 89 WKP

 

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